Jauner Blasinstrumente gehen auf Reise

Wie genau ich vor geraumer Zeit über den Verein "Musik übers Meer" gestolpert bin, weiss ich nicht mehr so genau. Sicher ist, das der Verein zusammen mit Pepe Lienhard und dem Jugendmusikkorps Frauenfeld im April 2014 ein Benefizkonzert organisiert hat. Im JMKF habe ich selber etwa drei Jahre mitgespielt und erste "auswärtige Konzerterfahrung" gesammelt.

Nun bin ich seit 2002 in der Jauner Musikgesellschaft aktiv und als die Frage aufkam, was man nur mit den vielen, alten, übrigen Instrumenten anfangen soll, kam mir der karitative Verein wieder in den Sinn. Es wurde nachgefragt, ob immer noch Bedarf sei und danach die alten Instrumente auf Spielbarkeit kontrolliert. Alles andere wanderte in die Benne Idee

Die Aufgabe die brauchbaren Instrumente nach Hedingen zu bringen, fiel mir zu und so luden wir gestern Abend unseren Kofferraum mit 10 Instrumentenkoffern samt Inhalt und noch einigen anderen praktischen Accessoires.

Im Schulhaussaal in Jaun steht der Musikgesellschaft ein Kabuff zur Verfügung, wo Noten, Uniformen, Notenständer, Perkussionsinstrumente und vieles mehr eingelagert sind. Das Lottozubehör samt Gabentempelgestell, Organisatorisches für das Jahreskonzert und den Weihnachtsmarkt werden hier eingelagert. Da wir 12 übrig gebliebenen Musikanten nun mit dem Echo Mont de Riaz musizieren, wird unser Probe nur noch einmal im Monat in Jaun abgehalten. Die "Reserve"-Instrumente wurden schlichtweg überflüssig und hatten schon zu viele Jahre auf dem Buckel, als dass sie noch für jemanden interessant wären. Nach der Aufräumaktion von Eveline und Katja, kamen die alten Fahnen und Veranstaltungssouveniers wieder hervor und zieren den nun eher leeren Raum. Aber das zeitweilige Chaos von Zubehör ist wieder einer Ordnung gewichen.



Hedingen war heute morgen in zweieinhalb Stunden erreicht und Cornelia Diethelm empfängt uns staunend über die vielen Instrumente. Auch wir staunen nicht schlecht ob den vielen verschiedenen Instrumenten die am Mittwoch die Reise nach Kolumbien antreten werden. Heute haben sich freiwillige Helfer versammelt und die Instrumente zu putzen und zu testen. Sofort kam das Gespräch auf das eidgenössiche Musikfest In Montreux diesen Sommer. Cornelia Diethelm ist selber Kirchenorganisitin und froh um die Hilfe der Blasmusikanten von Hedingen. Sie selber hat in den 90er Jahre mehrere Jahre in der Dominikanischen Republik gelebt und wollte erst "nur" helfen, die ehemalige Stadtmusik wieder zu beleben. Dazu sammelte sie ausgediente Instrumente in der Schweiz und organisierte den Transport. Als das Ziel erreicht war, sagte sich das Team um sie, dass sie ihre Erfahrungen auch weiterhin zur Verfügung stellen wollten damit noch viele Kinder das musizieren erlernen können. Sie hat unterdessen eine ganze Generation Kinder erlebt, die nun "stabil" seien und sich in der Musik weiterbildeten statt in den Slums herumzulungern. Aus dem einen Ensemble sind 20 geworden, Kolumbien und Albanien sind dazugekommen. Dort hat sie jeweils einen Schweizer Garant Vorort, der weiss wo was gebraucht wird.

Wer weiss, vielleicht kommt mal ein Jauner Instrument mit samt Musikant aus Südamerika zu besuch um hier zu musizieren.

Auf http://www.musikuebersmeer.ch/musik-bers-meer/videos/ sind die Orchester mit Schweizer Instrumenten auch zu hören und sehen.

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