Die Krönung

Die Hochmatt ist vielleicht nur für die etwa 200 Fanger eine Königin, nichts desto Trotz sind sie stolz auf ihren Hausberg. Am Freitag 3. Oktober wurde nun nach einem Monat das neue Gipfelkreuz auf die Hochmatt geflogen. Das Kreuz hat durch diverse Beschichtungen bei der Produktion Gewicht zugelegt und das Unterfangen wurde dadurch nicht einfacher, Trotzdem hat der Helikoptertransport beim ersten Versuch geklappt und seither ist das Gipfelkreuz wieder weitherum sichtbar. Die Hochmatt wurde wahrscheinlich schon vor langer Zeit verehrt.

Wie mir ein auswärtiger Freund vor ein paar Jahren erzählt hat, wurde im hohen Norden in einer Steinzeitsiedlung Steine gefunden, die nachweislich von der Hochmatt stammten. Da sie offensichtlich keine Werkzeuge waren, können sie nur sakralen Wert haben und legen die Vermutung nahe, dass damals schon Pilger eine Reise zur Hochmatt unternahmen, weil diese speziell verehrt wurde.

Die Vorgeschichte zum neuen Gipfelkreuz auf der Hochmatt ist nicht ganz so alt und kann hier nachgelesen werden. Am Freitag kam Olivier Schnetzler mit seinem Bruder und zwei Mitarbeitern mit dem kunstvollen Kreuz im Schlepptau gegen 15 Uhr auf dem Tossen an. Später fragte er mich wie es mir gefiele und erklärte, dass er ein Kreuz fertigen wollte, dass vom Tal gut sichtbar sei, auf dem Berg aber nicht schwerfällig auf die Besucher wirke. Es sollte solide sein und Charakter haben, "comme les gens de la vallee"!

Auf dem Tossen wie auf der Hochmatt warteten nun Mitglieder vom Skiclub Hochmatt, Patrons mit Mitarbeiter der Firma Schnetzler SA und andere Zuschauer neugierig auf den Helikopter, der kurz nach 16 Uhr eintraf. Zuerst brachte er einige Passagiere auf den Berg, darunter auch Monsieur Schorderet mit seiner Filmkamera. Ich hatte mich mit Ludovic Schnetztler abgesprochen, dass er Fotos bei der Montage oben mache und ich wollte Bilder vom Tossen aus festhalten.



Zuerst wurden die mit Steinen gefüllten Säcke auf der Hochmatt zum Sockel geflogen. Als der Helikopter danach das Kreuz im Tossen anhängte, wurden die meisten Zuschauer von den starken Abwinden überrascht und auch ein Hut flog in die Luft. Das Kreuz nun unter der Maschine gegen den Berg schweben zu sehen, war schon ein spezieller Anblick. Der Flug war relativ langsam und konnte von unten gut mitverfolgt werden. Als der Helikopter einmal oben angekommen war, war das Spektakel für die Tossenzuschauer vorbei. Oben wurde jedoch angeschraubt und mit den gesammelten Steinen der Sockel umrahmt. Die Passagiere durften auf dem Rückflug dank der laufenden Kamera einen ersten Blick aus der Luft auf das neue Gipfelkreuz werfen.

Der Heli war aber bald wieder auf dem Tossen und entliess die beeindruckten Passagiere. Der Pilot Stephane Thomann hatte mich in den Zuschauern entdeckt und winkte mich zu ihm. Über die Helisprechanlage bestätigte er meine Vermutung, dass das Kreuz sehr schwer war und der Transport nur mit Glück geklappt habe. Als Alternative hätte die Bodenplatte abgeschraubt werden können um das Gewicht zu verringern.  Er konnte aber die erforderliche Höhe doch erreichen und das Platzieren des Gipfelkreuzes war dann einfach. Ich hingegen staune immer noch, mit welcher Präzision ein Helipilot arbeitet.

Dem Gipfelteam wünschte ich mit einem Foto per SMS einen guten Rückeweg und spät abends kamen als Antwort die ersten Bilder vom Gipfel mit der Message von Ludovic: "... beaucoup d'emotion aujourd'hui!"

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