Neuer Schmuck für die Hochmatt

Altes Gipfelkreuz der Hochmatt bis 09.09.2015
Altes Gipfelkreuz der Hochmatt bis 09.09.2015

1958 wurde das erste Gipfelkreuz auf der Hochmatt, dem Hausberg der Fanger, aufgerichtet. Initiative Mitglieder vom Skiclub brachten das Kreuz auf ihre Namensgeberin. Das Holzkreuz wurde seither viermal ausgewechselt, da die Naturgewalten ihre Spuren hinderlassen hatten. Auch das aktuelle Kreuz hat manches Gewitter erlebt, wie im Tal so auch am Himmel. Bei einem Bliztschlag hat es an zwei Enden Schaden genommen und thronte nun leicht lädiert auf der Hochmatt.

Ich bin im Mai 98 das erste mal auf Jauner Boden gestanden als ich mein Auto vor dem Bödeli parkierte um auf die Hochmatt zu gehen. Seither stand ich einige Male oben, vor ziemlich genau 15 Jahren zum Beispiel mit unserem Ältesten der damals zwei Monate alt war.

Heute durfte ich sogar mit dem Helikopter zum Kreuz fliegen, den ich habe es wiedereinmal geschaft, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.

Olivier Schnetzler mietet seit einigen Jahren das "Förschterschli", das Chalet oberhalb des Fussballplatzes Im Fang. Er machte den Vorschlag, ein Metallkreuz zu stellen, da er mit seinem Bruder eine Metallbaufirma in Givisiez führt. Die Hochmatt ist Oliviers Stubenfensteraussicht und hat in schwierigen Zeiten wohl manchen Kummer angehört und mit Zuversicht geantwortet. Der Skiclub stimmte dem Vorhaben an ihrer Jahresversammlung zu, Planung und Kosten wollte Oliviers Firma übernehmen. Im Familienbetrieb sind neben seinem Bruder und den  zwei Neffen auch 40 Mitarbeiter angestellt. Obwohl ich Olivier schon länger kenne, erfuhr ich von dem ganzen Projekt vorgestern zufälligerweise vor dem Spicher sitzend bei einem Gespräch mit Jaggis . Dabei erwähnte ich, dass ich anderntags auf die Hochmatt wollte und Alfons meinte, dass ich dabei wohl den Helikopter sehen würde und er erzählte mir die ganze Geschichte, auch dass am nächsten Tag ein Materialflug um 14 Uhr geplant sei.

Nach einem herrlichen Aufstieg über das Weisse Rössli und der Sichtung von über zwanzig Gämsen war ich gestern  gegen zwei Uhr beim Kreuz.Tatsächlich dröhnten bald Hubschraubergeräusche von Westen, der nach einem kurzen Halt im Tossen neben mir ein paar Passagiere ausspuckte. Allen voran Felix Thürler Senior, ein Flughelfer, Alfons Schuwey vom Skiclub und Ludovic Schnetzler, wie ich später erfuhr. Kaum waren sie beim Kreuz war der Helli auch schon mit Material da und verabschiedete sich schon wieder. Innert Kürze war die Umgebung in eine Baustelle umgewandelt und auch die Schreiberin erledigte Handlangeraufgaben. Die Schalung und die vorbereitete Armierung mussten bis am Abend fertig sein und das Werken ging mit Felix's flotten Sprüchen ohne Unterbruch stetig voran.



Bevor ich wieder ins Tal musste, fragte ich nach einer Möglichkeit, am nächsten Tag auch noch Fotos zu machen, dann sollte nämlich das Fundament betoniert werden. Da sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass ich schon als Teenager zwei Jahre zwischen Armierungseisen und Schalltafeln meine Freizeit verbracht habe und eine gewisse Vorliebe für Baustellen habe. Der Baumeister beschied mir also, ich solle morgen um ein Uhr im Bödeli sein, vielleicht könne ich mit dem Helikopter mitfliegen. Ich solle jedoch ein 'Halberli' mitbringen. Heute morgen habe ich dann einen Blechkuchen gebacken und eingepackt und war wie abgemacht an gewünschter Stelle. Der welsche Flughelfer mit scheuem Innerschweizer Dialekt erwartete uns schon im Tossen, auch Bertrand Rime mit dem Betonmischer war bald da. Statt Alfons war Markus Mooser vom Skiclub da, er erlebte gleich darauf seine Heikopterjungfernfahrt. Nach vier 'Betonflügen' stellte der Pilot seine Maschiene unterhalb des Kreuzes ab und gesellte sich zu uns. Während fleissig fibriert und Beton nachgefüllt wurde, bediente ich die Herren von Heliswiss mit Kuchen und machte weiterhin fleissig Fotos. Nun wurde noch die Halterung des alten Kreuz angesägt, die Balken wurden nach unten gezogen und Felix holte das Kruzifix unbeschädigt vom Holz. Erst danach wurde das Kreuz vollständig abgesägt. Sämtliches Material wurde nun wieder ins Tal geflogen und auch wir wurden kurz darauf abgeholt. Im Tossen verabschiedeten wir uns von den sympatischen Luftarbeitern und öffneten meine mitgebrachte Flasche Wein.

Das neue Kreuz bekommt gerade noch den Feinschliff und wird anfangs Oktober auf die Hochmatt geflogen. Es ist auch eine Segnung und ein Apero vorgesehen, genaueres wird von kirchlicher Seite noch mitgeteilt.

Wieder zu Hause angekommen, wollte ich die vielen eindrückliche Fotos der Arbeiter und des Helikopters vor der einmaligen Kulisse der Gastlosen ansehen. Oh Schreck, nur ein kleiner Bruchteil meiner bemühten Fotos sind gespeichert, nur ein paar Iphoneschnappschüsse sind mir geblieben. Wie konnte nur das passieren?! ? Die Eindrücke und Emotionen waren schlichtweg zu intensiv um sich auf Fotos festhalten lassen zu wollen..! Das künstlerische Schmuckstück lässt sich ja erst noch montieren und dieses Ereigniss wird wohl von mehreren Apparaten festgehalten werden. Schliesslich wird uns das neue Kreuz mit oder ohne Fotos überleben.

Fotos von Ludovic Schnetzler



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