Lawine auf der Galerie

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    Gestern fuhr ich kurz vor Mittag vom Fang nach Jaun und bevor ich in die Galerie in der Eich einfuhr, kam da etwas in mein Blickfeld, dass ich nicht sofort zuordnen konnte. Auf der Galerie waren spitzige Erdhaufen auszumachen. Da gräbt doch niemand um diese Jahreszeit, dachte ich mir. Nächste Überlegung, das muss die Lawine sein. Da der gestrige Tag ziemlich turbulent war, machte ich mich heute morgen auf, den "Schauplatz" auf der Galerie genauer zu betrachten. Das Auto lies ich westlich bei der Brücke stehen, die Lawine war aber östlich auf der Galerie zu stehen gekommen. Eindrücklich, diese Naturgewalten!

Da ich im Winter regelmässig auf dem Jauner Nordhang unterwegs bin, ist der Südhang immer im Blick und die Schneeniedergänge fallen sofort auf. Sie schneiden nämlich braune Linien in die weisse Schneedecke. Die ersten Niedergänge sind jeweils in den Zügen, im Chüebode und gegen Müneberg zu sehen. Danach geht's gegen Westen weiter. Dieses Jahr konnte ich keine live miterleben, das ist jedoch ein eindrückliches Schauspiel. Vorallem wenn sie wie hier, meist ungefährlich bleibt. Es sind Grundlawinen die langsam niedergehen und allerlei mit sich nehmen auf ihrer meist kurzen Reise ins Tal.



Auf der Galerie heute morgen sind die eindrücklichen Schneemassen sozusagen öffentlich zugänglich. Obwohl die Natur mit Reif überzogen ist, sind die oberen, kleineren Schneebrocken locker und lassen darauf schliessen, dass sie wirklich erst seit gestern Vormittag da liegen. Die angrenzenden Häuser sind Ferienwohnungen ohne Strassenzufahrt und zur Zeit anscheinend unbewohnt. Schneespuren neben der Lawine zeugen jedoch von anderen interessierten Besuchern. In den letzten 16 Jahren ist der Schnee dieser einst gefürchteten Geländeschneise nicht mehr soweit runter ins Tal gedonnert. Es ist nur zu erahnen, wieviel Schutt und Schnee die Zufahrtsstrasse nach Jaun früher jeweils zuschüttete. Lawinengefahr gehörte immer wieder zum winterlichen Jauner Alltag, wird aber immer seltener, worüber wahrscheinlich niemand unglücklich ist.

Auf der Webseite der Gemeinde Jaun sind Lawineninfos aus früheren Jahren zu finden:

Download
Dokumentation von Eduard Buchs sel.
Lawinenunglück von 11. Januar 1954
lawinen_1954.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.4 MB

Dieser Link führt zu Archivaufnahmen des Westschweizer Fernsehen aus dem Jahr 1968:

 

http://www.rts.ch/archives/tv/information/carrefour/3438576-l-avalanche.html


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Kommentare: 1
  • #1

    Astrid (Dienstag, 15 März 2016 11:28)

    Liebe Marlies
    Ja ich habe sie gestern von der Loipe aus fotografiert und es hätte mich "glustet" noch auf die Galerie zu steigen - aber es war zu spät. Wollte bereits am Morgen als ich ins Büro marschierte obendrüber laufen - aber ich war zu spät unterwegs um noch rechtzeitig ins Büro zu gelangen. Also musste ich Direttissima gehen und durch die Galerie. Es ist schon sehr eindrücklich - nur schon von weitem. Merci für deine Bildreportage und den Text. Grüessli usem Büro.

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