
Artikel der Freiburger Nachrichten
Der Verwaltungsrat der Jaun-Gastlosen Bergbahnen AG präsentiert ein ausgeglichenes Finanzergebnis 2025/2026. Dies, nachdem die Bergbahn 2024 kurz vor dem Konkurs stand.
Anfang 2024 standen Jauns Bergbahnen vor dem Konkurs. Da übernahm Thomas Rauber das Präsidium des Verwaltungsrats und startete ein umfangreiches Sanierungsprogramm, das unter anderem in einem Schuldennachlass, einem Kapitalschnitt und einer Erhöhung des Aktienkapitals bestand. Dabei kamen 250’000 Franken von der Gemeinde, die sich zudem jährlich mit 50’000 Franken am Betriebsertrag beteiligt. Nun trägt die Sanierung erste Früchte.
In Beschneiungsanlage investiert
«Wir blicken auf ein erfolgreiches, aber auch intensives Jahr zurück», sagte Thomas Rauber am Donnerstag im Hotel Wasserfallen vor rund 40 Aktionärinnen und Aktionären. «Ja, wir müssen aber unsere Ertragskraft weiter steigern, um investieren zu können», betonte er.
Investiert wurde im vergangenen Jahr in die Beschneiungsanlage. «Diese konnte Mitte November gerade rechtzeitig zum Saisonstart in Betrieb genommen werden», sagte er und wies darauf hin, dass diese eine effizientere, schnelle und kostengünstigere Beschneiung dank der Installation einer grösseren Anzahl von Schneekanonen sowie der Verbesserung der Pumpstation erlaube. «Das Hauptziel war eine optimale Beschneiung des Kinderliftes Oberbach und des Skilifts Schattenhalb mit der FIS-homologierten Rennpiste. Somit kann die Durchführung regionaler, nationaler und internationaler Rennen unter besten Bedingungen gewährleistet werden», hielt er im Jahresbericht fest.
Magic Pass wird immer wichtiger
Nach Worten von Frédéric Aebischer, Geschäftsführer ad interim und Nachfolger von Barbara Schorro, sind dank der Beschneiungsanlagen mit insgesamt 91 Betriebstagen mehr Öffnungstage erreicht worden als im Vorjahr.
Auch wenn mit 251’525 Fahrten diese Zahl unter dem guten Winter 2024 liege, habe sich die Saison weiterhin über dem Durchschnitt der letzten Jahre bewegt. Grosser Beliebtheit erfreuen sich das Nachtskifahren und die Schlittelpiste. «Die Investition in die Beschneiungsanlage leistet einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sanierung des Wintersportangebots in Jaun», betonte der Geschäftsführer in seinem Jahresbericht. Er zeigte auch auf, dass im Sommer vom 10. Mai bis zum 2. November 2025 dank des guten Wetters während der 107 Betriebstage sehr viel mehr Gäste als im Vorjahr kamen, auch wegen des Magic Passes, der immer wichtiger werde. Und Thomas Rauber freute sich, dass sich die Gäste ab Mai erstmals auch in der neuen Buvette bei der Bergstation verpflegen und einkehren konnten.
Dank der Sommersaison
Der Präsident kommentierte weiter die Jahresrechnung 2025/26. Für das gute finanzielle Ergebnis war denn auch vor allem die Sommersaison verantwortlich. Mit gut 600’000 Franken blieben die Einnahmen aus dem Bahnbetrieb im Winter fast 150’000 Franken unter dem Vorjahr.
Dafür lagen die Einnahmen aus dem Sommerbetrieb mit 400’000 Franken gut 60’000 Franken über dem Vorjahr. Mit einem geringeren Aufwand und aussergewöhnlichen Einnahmen resultierte am Ende ein Jahresgewinn von 856 Franken gegenüber 566 Franken im Jahr zuvor.
Noch keine Baubewilligung
Thomas Rauber bedauerte, dass die Baubewilligung für die Spielplatzerneuerung noch immer beim Kanton hängig sei, obwohl das Baugesuch im Sommer 2025 eingereicht worden sei und alle Vorprüfungen positiv gewesen seien.
Anfang April dieses Jahres habe das Raumplanungsamt mitgeteilt, dass der Kanton vorerst keine Bewilligung für diese touristische Zone erteilen wolle. Offenbar wolle er die Genehmigung der Ortsplanung abwarten. «Dies blockiert die Umsetzung unserer Strategie der vier Jahreszeiten. Zurzeit wird mit juristischer Unterstützung der Dialog mit dem Kanton gesucht», so Rauber.
Racing-Arena schaffen
Ein Vertreter des Skiclubs Jaun stellte das Projekt «Racing Arena» vor, womit die Rennpisten immer sicherer werden. Ziel sei es auch, den Nachwuchssport zu fördern und eine Trainingspiste zu schaffen. Aus der Versammlungsmitte wurde angeregt, diese FIS-Rennen besser zu vermarkten. Verwaltungsrätin Antje Buchs konnte mitteilen, dass ein neues Logo mit den Gastlosen im Mittelpunkt geschaffen wurde, eine neue Website in Ausarbeitung sei und im November 2026 ein 60-Jahr-Jubiläum der Bergbahnen gefeiert werde. Verabschiedet wurde Beat Buchs, der während 21 Jahren im Verwaltungsrat geamtet hatte. Die restlichen Mitglieder wurden für eine weitere Amtsperiode bestätigt.

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