
Artikel der Freiburger Nachrichten.
«Der Unterricht an der Schule Jaun ist sichergestellt»: Dies antwortet der Staatsrat auf einen Vorstoss. Neue Lehrpersonen für die kleine Schule zu finden, sei jedoch nicht einfach.
Die Situation an der Schule Jaun ist immer noch in der Schwebe. Der langjährige Lehrer ist weiter suspendiert. Das Kantonsgericht hat noch keinen Entscheid über seine Beschwerde gegen diese Massnahme des Amtes für Bildung und kulturelle Angelegenheiten gefällt. Weitere Lehrpersonen sind krankgeschrieben oder haben die Stelle gekündigt. Stellvertretungen haben ihre Aufgabe übernommen.
Diese Situation hat Ende Dezember die Sensler Mitte-Grossräte Markus Julmy und Daniel Bürdel zu einer Anfrage an den Staatsrat bewogen. Sie wollten wissen, ob der Unterricht sichergestellt ist, ob die Schülerinnen und Schüler durch die verfahrene Situation keine Nachteile haben und ob der Schulkreis Jaun in Gefahr ist. Wenige Tage vorher hatte eine Bürgergruppe mit fast 400 Unterschriften die «pädagogisch unhaltbaren Zustände» kritisiert. SRF hatte das Thema aufgenommen und schweizweit darüber berichtet.
Eine derart intensive und nahe Begleitung der Schüler wird an keiner anderen Schule im Kanton Freiburg in dieser Form gewährleistet.
Auf einige dieser Vorwürfe geht der Staatsrat in seiner Antwort auf den parlamentarischen Vorstoss der beiden Grossräte ein. Er hält fest: «Die Schule funktioniert seit Schulbeginn 2025/2026 regulär und der Unterricht findet gemäss Stundenplan statt.» Die Direktion für Bildung und kulturelle Angelegenheiten nehme die Situation an der Primarschule Jaun sehr ernst und setze alle ihre zur Verfügung stehenden Mittel ein, um für die 37 Schülerinnen und Schüler einen geregelten Unterricht sicherzustellen und den Fortbestand der Schule im Dorf langfristig zu gewährleisten.
Pensionierte, Studierende und Qualifizierte
Aus der Antwort geht hervor, dass die Schuldirektion und das Amt die vakanten Stellen mit Stellvertretungen besetzen konnten. Falls möglich mit Lehrpersonen mit Diplom, unter anderem mit pensionierten, erfahrenen Lehrpersonen oder mit Studierenden in der Lehrpersonenausbildung, für eine befristete Zeitspanne. Zudem würden gemäss Staatsratsantwort auch volljährige Personen eingesetzt, die zwar kein Diplom hätten, aber qualifiziert seien. Diese jüngeren, nicht erfahrenen Stellvertretungen würden dabei von der Schuldirektion, der Schulinspektorin und von externen diplomierten und erfahrenen Lehrpersonen gecoacht.
Dem Engagement dieser Stellvertretungen zusammen mit der Schuldirektion, des Schulinspektorats, den Gemeindebehörden und einer Mehrheit der Eltern sei es zu verdanken, dass der Unterricht bisher sichergestellt gewesen sei und auch künftig gewährleistet sein werde.
Jauner Kinder sind nicht benachteiligt
Diese Regelung sei nicht extra für Jaun umgesetzt worden, sondern gelte für alle deutschsprachigen Primar- und Orientierungsschulen, heisst es in der Antwort weiter.
All diese Massnahmen trügen dazu bei, dass den Schulkindern in der einzigen deutschsprachigen Gemeinde des Greyerzbezirks durch die momentane Situation keine Nachteile entstünden. «Es kann davon ausgegangen werden, dass die Jauner Schülerinnen und Schüler sicherlich über die gleichen Chancen verfügen wie alle anderen Schulkinder im Kanton Freiburg. Eine derart intensive und nahe Begleitung der Schüler wird an keiner anderen Schule im Kanton Freiburg in dieser Form gewährleistet.»
Solange genügend Lehrpersonen bereit sind, an der Schule Jaun zu unterrichten, bleibt der Fortbestand einer eigenständigen Primarschule gesichert.
Die heutige Regelung an der Schule Jaun bleibe, bis sich aus dem laufenden Verfahren neue Erkenntnisse ergeben und bis die Direktion einen Entscheid getroffen habe. Wenn nötig, könne dies bis Ende des laufenden Schuljahres der Fall sein.
Die Lehrersuche sei nicht einfach. «In Kombination mit der geografischen Lage von Jaun und der Distanz zum deutschsprachigen Kantonsteil stellt dies eine zusätzliche Herausforderung dar. Entsprechend gestaltet es sich schwierig, qualifizierte und motivierte Personen zu finden, die bereit sind, diese Rahmenbedingungen zu erfüllen», schreibt der Staatsrat.
Stellen werden jetzt ausgeschrieben
Deshalb erfolge bereits in dieser Woche, am Freitag, 13. Februar, «die Ausschreibung gekündigter Stellen». Diese Suche soll zu einer nachhaltigen Lösung für den Erhalt von vier Klassen an der Primarschule Jaun beitragen und die langfristige Stabilität und Qualität des Unterrichts in einem funktionierenden Schulteam sicherstellen.
Es sei aber angesichts des schweizweiten Fachkräftemangels schwierig, diplomierte Lehrkräfte zu rekrutieren. Die Ausschreibung geschieht via kantonales Stellenportal und über das Zentrum für Lehrpersonenausbildung an der Universität Freiburg. Mit diesem Zentrum gebe es eine Vereinbarung, um die Vermittlung von Studierenden im letzten Ausbildungsjahr für Kleinstpensen zu erleichtern.
Die Schule sei aufgrund der geografischen Lage und der sprachlichen Besonderheiten der Gemeinde Jaun ein Sonderfall im kantonalen Schulsystem. «Solange genügend Lehrpersonen bereit sind, an der Schule Jaun zu unterrichten, bleibt der Fortbestand einer eigenständigen Primarschule von 1H bis 8H in Jaun gesichert», heisst es zum Schluss der fünfseitigen Antwort.
Kommt der Entscheid Ende Februar?
Auf das laufende Verfahren gegen den suspendierten Lehrer geht der Staatsrat in seiner Antwort aus Datenschutzgründen nicht ein. «Das gesetzlich bedingte Schweigen stösst bei betroffenen Eltern, der Dorfbevölkerung und weiteren involvierten Personen auf grosses Unverständnis», hält er fest. Er bestätigt nur, was bereits bekannt ist: Nach dem Weggang von fast der Hälfte der Lehr- und Fachpersonen an der Schule Jaun im Schuljahr 2024/2025 sowie der Schuldirektorin hat die Direktion eine Analyse der Beweggründe veranlasst, schliesslich ein formelles Mobbingverfahren eröffnet und die Suspendierung ausgesprochen. Das Verfahren soll Klarheit schaffen, um das nächste Schuljahr zu starten. «Dieser Schritt war unerlässlich, um zur Sachlichkeit und einem konstruktiven Miteinander zurückzufinden.» Die Direktion nimmt an, dass der Bericht zu den Ergebnissen voraussichtlich Ende Februar vorliegen wird.
Auch der suspendierte Lehrer und sein Anwalt warten auf Entscheide. Die Beschwerde ans Kantonsgericht gegen die Suspendierung wurde letzten Herbst eingereicht.
Kommentar derBloggerin:
In Zeiten von KI sollte es immerhin möglich sein, eine amtliche Antwort auf deutsch verfassen zu lassen. Dabei wäre zu beachten, dass "Bellegarde" mit "Jaun" übersetzt wird (bitte die KI dahingehend trainieren..!).
Ansonsten hohlt die Antwort umfassend weit aus und sagt nichts, dass wir schon längst wissen. Was wir nicht wissen, wäre jedoch interessant zu erfahren. Ob dies in Freiburg je verstanden wird, ist fraglich. Ein Lehrer wird suspendiert, wieder eingesetzt und nochmals suspendiert. Was meint wohl die KI dazu?

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