
Artikel der Freiburger Nachrichten vom 12.12.2025
Pierrick Cottier wird am Sonntag in Davos seine Weltcup-Premiere feiern. Die Selektion des 22-jährigen Langläufers aus Im Fang ist die Folge einer optimalen Saisonvorbereitung.
Hartnäckig verfolgt Pierrick Cottier sein Ziel, auf höchster Stufe Langlauf betreiben zu können. Bis anhin im Europacup im Einsatz, wurde der Junioren-WM-Teilnehmer nun belohnt: Am Wochenende kann der Fanger beim Davos Nordic, dem Weltcup-Event in den Bündner Bergen, starten. Für den Freiburger ist es sein Debüt auf höchster Stufe. Im Interview spricht der B-Kader-Athlet von Swiss-Ski darüber, welche Rolle sein neuer Trainer spielt und mit welchen Erwartungen er nach Davos reist.
Pierrick Cottier, Sie wurden erstmals für ein Weltcup-Rennen am Wochenende in Davos aufgeboten. Wann und von wem haben Sie von Ihrem Glück erfahren?
Meistens ruft Erik Braten (Cheftrainer Männer bei Swiss-Ski – Red.) die Athleten an, die selektioniert werden. So war es auch bei mir.
Als Sie dessen Name auf Ihrem Handydisplay sahen, waren Sie sich Ihrer Sache also sicher?
Man soll sich zwar nie sicher sein, aber aufgrund der letzten Resultate hatte ich schon im Kopf, dass es reichen muss. Als ich seinen Namen sah, war es schon cool. Ich wusste, jetzt ist es gut.
Wie fiel Ihre erste Reaktion auf die Selektion aus? War es Erleichterung, Stolz oder einfach nur Freude?
Es war schon eher ein ‹Endlich, endlich kann ich im Weltcup starten›. Bereits die letzten zwei Jahre hätte es aufgrund meiner Resultate reichen sollen, ich wurde irgendwie aber dennoch nicht aufgeboten. Jetzt stehe ich endlich auf der Liste. Ich bin sehr zufrieden, kann ich nun den nächsten Schritt machen. Der Weltcup ist die Traumliga, dort willst du hin. Dass meine erste Teilnahme in Davos sein wird, macht es noch spezieller.
Wenn du verletzungsfrei bist, viel Volumen und hart trainieren kannst, dann weisst du, dass es gut kommt.
Inwiefern ist das Aufgebot ein zusätzlicher Motivationsschub?
Das hilft extrem. Für genau so was trainierst du den ganzen Sommer über hart – mit dem Ziel, es im Winter dann zu schaffen. Und es zeigt auf, dass man nicht alles falsch gemacht hat. Sonst würde es nicht so funktionieren wie zuletzt am vergangenen Wochenende in Planica. Die Selektion ist Beleg für die gute Arbeit.
In Planica liefen Sie im Europacup im 10-km-Rennen auf den 11. Rang. Wie ordnen Sie dieses Resultat ein?
Ich bin recht zufrieden damit. Dieses Mal gelang mir der Start in die Saison so gut wie noch nie, nachdem ich in den vorherigen Jahren immer eine gewisse Zeit und einige Rennen benötigt hatte, um hineinzukommen. Ich bin sehr zufrieden damit, dass ich schon jetzt so gut laufe. Ich habe gespürt, dass ich diesen Winter einen grossen Schritt machen kann. Gleichzeitig stiegen auch die Erwartungen. Deshalb hätte ich in Planica gerne noch mehr erreicht. Es ist alles so nahe beisammen. Ich weiss, dass nicht viel fürs Podest fehlt. In Planica waren es neun Sekunden.

Sie haben die Saisonvorbereitung angesprochen. Spürten Sie schon im Sommer, dass es so herauskommen würde?
Wenn du verletzungsfrei bist, viel Volumen und hart trainieren kannst, dann weisst du, dass es gut kommt. Auch die Leistungstests im Herbst und Frühling in Magglingen haben mir gezeigt, dass extrem viel gegangen ist. Ich hatte noch nie so gute Werte. Das gibt Sicherheit und ein gutes Gefühl.
Welche Rolle spielt Ihr neuer Trainer Peeter Kümmel beim Aufschwung?
Zuerst dachte ich, nicht schon wieder ein neuer Trainer. In den letzten fünf Jahren waren es schon fünf. Ein solcher Wechsel erfordert Zeit, bis man das neue System und die Art des Trainers kennt. Jetzt bin ich froh, fand der Wechsel statt. Ich konnte sehr viel lernen. Obwohl vieles ähnlich blieb, ist die Philosophie doch eine andere. Kümmel passt mir gut, sonst hätte ich auch nicht so einen guten Sommer gehabt.
Was zeichnet den Esten aus?
Der wichtigste Punkt ist, wie er Vertrauen vermittelt. Man wird rasch einmal ungeduldig, wenn die Resultate nicht am nächsten Tag oder in der nächsten Woche folgen. Du willst die Resultate sofort sehen. Der Trainer bringt sehr gut herüber, nicht nur das grosse Ganze zu sehen, sondern auch die kleinen Dinge. Er richtet den Blick auf die kleinen Fortschritte, auch dann, wenn gerade keine Rennen sind und es schwierig ist, deine Leistung einzuschätzen. Er versteht es sehr gut, dir zu vermitteln, dass du Vertrauen in dich haben sollst.
Der Trainer bringt sehr gut herüber, nicht nur das grosse Ganze zu sehen, sondern auch die kleinen Dinge.
Wohin soll Sie Ihr Selbstvertrauen in dieser Saison noch führen?
Ich bin vorab im Europacup unterwegs. Dort will ich mich weiter für den Weltcup aufdrängen. Um dafür infrage zu kommen, muss ich auf das Podest laufen. Bei den Junioren habe ich das geschafft, bei den Herren noch nicht. Ich bin mir aber sicher, dass das kommen wird.
Sicher werden Sie auch Ihre letzte Junioren- und U23-WM vom März in Ihrer Agenda fett angestrichen haben.
Dank meiner jüngsten Resultate sieht es selektionsmässig bereits recht gut aus. Weil es meine letzte Nachwuchs-WM ist, ist Lillehammer natürlich das grosse Ziel in diesem Winter. Über die Distanz rechne ich mir die grösseren Chancen als im Sprint aus. Ich hoffe, dass ich es auf das Podest schaffe und eine Medaille mit nach Hause nehmen kann.
Ihr Zuhause ist in Im Fang, wo Sie leben und trainieren. Können Sie sich vorstellen, zu Trainingszwecken woanders hinzuziehen?
Ich habe immer gesagt, dass ich mal von zu Hause fort gehe. Im Engadin sehe ich aufgrund der Höhe viel Potenzial. Für Ausdauerathleten bietet sie Vorteile. Ein, zwei Prozent mehr Leistung können bei einem Athleten viel ausmachen. Definitiv ist aber noch nichts, zumal ich eben gerne daheim bin. Auf dem elterlichen Betrieb zu arbeiten, gibt mir auch viel Kraft. Insofern müsste ich im Engadin schon eine gute Trainingsgruppe vorfinden, die einander pusht.
Apropos pushen: Was ist für Sie in Davos über die 10 km mit der Euphorie des ersten Weltcup-Starts möglich?
Ich bin mit meiner Form zufrieden, ich weiss, dass ich bereit bin – mental und körperlich. Weil ich noch nie auf diesem Niveau gestartet bin, will ich mich rangmässig nicht festlegen. Ich will ganz einfach meinen besten Langlauf zeigen, technisch sauber laufen und noch mehr beissen, noch mehr ans Limit gehen als sonst schon. Wenn ich mir ein Ziel stecke, dann, dass ich mich an den Top 2 oder Top 3 der besten Schweizer orientieren will.
Weltcup in Davos: Savary muss passen
Derweil Pierrick Cottier in Davos seine Feuertaufe im Weltcup feiern wird, muss ein anderer Freiburger passen. Antonin Savary, Cottier in Sachen Weltcup-Starts ein paar Schritte voraus, laboriert an einer Entzündung im Fuss und muss für das Wochenende Forfait geben. Neben Cottier werden deshalb die Geschwister Fabienne und Roman Alder die Freiburger Fahne zumindest teilweise hochhalten. Das Duo aus Pontresina hat Wurzeln im Sensebezirk und trainiert im Sommer immer mal wieder in der Region, sei es auf den Rollski oder dem Fahrrad.
Quelle: https://freiburger-nachrichten.ch/story/247449/endlich-pierrick-cottier-feiert-seine-weltcuppremiere
Verschiedene Umstände haben dazu beigetragen, dass auch wir für Pierrick's Weltcup Première in Davos waren.
Die allgemeine Leistung der Schweizer Athleten fiel laut ihren eigenen Aussagen enttäuschend aus. Pierrick stürtze in der zweiten Runde, was ihm ein paar Ränge kostete. Er ist mir vor Ort leider nicht über den Weg gelaufen für seine persönliche Einschätzung.
Aus der Familie erfuhr ich, dass als nächstes die Rennen im Goms anstehen und später die U23 Weltmeisterschaft in Lillehammer.
Mein bescheidenes Videomaterial habe ich in den WA Status gestellt, der eifrig kommentiert wurde. Allerseits wird für die Zukunft viel Erfolg gewünscht.










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