Klassisch!

Das erste Rennen der Saison findet normalerweise auf dem Monts de Riaz statt, wo aber zu wenig Schnee liegt um gute Konditionen zu bieten. Bekannterweise führt die Loipe hier am Jaunbach auf dem schattigen Talboden entlang. Die erste Frage auf dem Platz lautet denn auch, was und wie die Skier wachsen damit sie beim Aufstieg auf dem Schnee halten und bei Abfahrten nicht bremsen. Beim klassischen Stiel bleiben die Skier immer parallel zueinander und die Hindernisse können nicht mit der Fliehkraft des Skatingstils überwunden werden. Die beiden Arten unterscheiden sich auch im Material wie zum Beispiel der länge der Stöcke. Gerade heute wurde wenig bis nichts gewachst, dafür wurden die Arme zum Stossen viel mehr eingesetzt. Beim beobachten der Athleten staune ich immer wieder, wie Kraft und Bewegung des Körpers in Tempo umgesetzt wird. Nicht jedem gelingt es gleicht gut, seine eigenen Voraussetzungen optimal umzusetzen. Gerade der Jauner Nachwuchs scheint sich jedoch nicht mit Technik den Kopf zu zerbrechen, man schaut einfach den Grossen ab und der Rest ergibt sich spielerisch. Gelegenheit abzuschauen gibt es hier zahlreich. Das Niveau der Amateursportler ist hoch und der Wille mehr zu erreichen zum Teil noch höher. Die meisten aber haben ganz einfach Freude an der Bewegung und der Technik über den Schnee gleiten und vorwärts kommen zu können.



Schon seit Jahrzehnten sind die Fanger Langläufler aktiv und erfolgreich, das Wissen um Material und Technik wird sozusagen vererbt. Trotzdem kommen auch Kinder von Charmey zum Training des hiesigen Clubs und die Rangliste ist schon beim ersten Rennen beeindruckend. In der Kategorie Mädchen und Knaben sind zum Beispiel je 4 Staffeln an 3 Läufern am Start und die zwei Frauenteams stehen beide auf dem Podest. Insgesamt starten 42 Clubmitglieder in fünf Kategorien und 6 Podestplätze gingen auf das Konto von Hochmatt Im Fang. Die Distanzen sind je nach Kategorie verschieden und jeder Läufer ist selber verantwortlich seine Runden zu zählen. Im Zielgelände sind mehrere Spuren vorhanden und nur das geübte Auge weiss, wieso und weshalb. Auf der Strecke die Übersicht zu behalten ist ebenfalls so eine Kunst, die sich mit den Jahren perfektioniert mit dem zählen der Sekunden bei der Passage eines Läufers bis der Verfolger am selben Ort erscheint. Die Trainer sind zum Teil auf den Skiern unterwegs um anzufeuern und die zurechtgelgete Strategie der Läufer geht nicht immer mit den körperlichen Belastungen auf. Im Zielgelände gratuliert jeder erstmal den Vorherigen und Details zu Material und Verhältnissen werden ausgetauscht. 

Die Preisverteilung findet im familiären Rahmen statt, man kennt sich über den Röstigraben hinweg. Auf dem Fussmarsch nach Hause fahren viele Autos mit Kennzeichen VD und NE an mir mir vorbei, alles Langläufer, denk ich bei mir. Klassisch.

Weitere Infos zu Anlässen und Resultaten in der Romandie sind beim AFSS zu finden.

Am 19. Dezember findet das nächstes Langlaufrennen Im Fang statt, der traditionelle Nachtlanglauf.

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