Senioren

Ende Dezember ruft bei mir jeweils "d'Agnes uf de Poscht" an um nachzufragen, ob sie wieder die Lottokarten der Musikgesellschaft für das Senioren Lotto ausleihen könne. Agnes ist gestern Vormittag natürlich nicht entgangen, dass ich diesmal die Karten vergessen habe und nachdem ich das Versäumnis rechtzeitig nachgeholt habe, hat sich ein interessantes Gespräch ergeben. So erzählte sie zum Beispiel, dass ihr Vater mit über neunzig Jahren auf die Anfrage ob er nicht auch bei den Senioren mitmachen wolle geantwortet: "Iez no grad ned", für nicht Jauner frei übersetzt: es ist noch ein wenig zu früh!...

Von Agnes wollte ich wissen, wie was organisiert ist. Also, die Senioren sind kein Verein, sie tun sich einfach nach Absprache zusammen um die verschiedenen Aktivitäten zu organisieren. Im Januar findet das Lotto statt, im Februar organisiert der Samariterverein(!) einen Jassmacht für die Senioren. Gabriel im Fang organisiert mit Hilfe jeweils einen Ausflug im Sommer oder Herbst und im Dezember findet die Buss- und Adventsfeier statt.

Für die verschiedenen Anlässe würden die Senioren einfach um Mithilfe angefragt und sie seien immer gerne bereit einen Dienst zu tun, man müsse einfach anfragen.

Agnes hätte eigentlich noch viele Ideen für Anlässe, aber zu viel bringe auch nichts. Es fehle ihnen auch an jüngeren Senioren, so ab 60 oder 65. Diese hätten wahrscheinlich noch andere Ideen und Bedürfnisse. So gesehen gehöre ich noch zu den unerhörten Grünschnäbel...



Nichts desto Trotz fand ich am Nachmittag einen kurzen Moment um den Senioren am Lotto einen Besuch abzustatten. Um die 30 Spieler waren anwesend und markant war, dass sie alle zusammen spielten. Die Jüngeren und Rüstigeren unter ihnen schauten rechts und links ob die Nachbarn keine Zahlen verpassen hatten und wenn die Zahlen zu schnell angesagt wurden, scheute sich niemand "langsamer" zu rufen. Die Freude beim Gewinn eines Quin, Doublequin oder Carton wurde dann auch geteilt und niemand war verärgert oder gar 'verburscht'.

Schön wenn Solidarität auch und erst recht im Alter gelebt wird, wer nicht dabei ist, ist selber Schuld. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Einer vom Grossen Tosse (Freitag, 30 Januar 2015)

    Vorerst Kompliment an Marlies für ihre Initiative, darf nicht als Konkurrenz zum ECHO verstanden werden!
    Die Fotos der Senioren freuen mich ganz besonders. Man sieht alte Bekannte und stellt fest, dass deren Haare auch grau geworden sind (mit Ausnahmen). Aber Emma hat trotzdem noch immer den trendigen Schnitt wie früher.

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