
Akrtikel der FN
Kein Rekordjahr, aber unter dem Strich liess sie sich sehen: die ausgelaufene Saison der Freiburger Wintersportregionen. Die Verantwortlichen sind zufrieden.
Die Skisaison ist zu Ende und die Gäste kamen zuhauf. Die Besucherzahlen sind abhängig vom Wetter, und wenn dieses wenigstens zeitweise mitspielt, sind die Verantwortlichen der Skiregionen in den Freiburger Voralpen zufrieden. Beispiel 1: Jaun. Laut dem Präsidenten der Jaun-Gastlosen-Bergbahnen AG, Thomas Rauber, liegen die Zahlen zwar unter dem Superjahr 2024/2025, doch noch immer weit über dem Fünfjahresschnitt. Beispiel 2: Schwarzsee. Der Geschäftsführer der Kaisereggbahnen, Kurt Waeber, zählte sogar etwas mehr als Eintritte als im Vorjahr, und rund 7 Prozent über dem mehrjährigen Schnitt. «Wir konnten unsere Pisten lange offenhalten: Die Kaiseregg war über 50 Tage offen.» Die Bahn ist zentral für die Region Schwarzsee: «Wir haben die doppelte Anzahl Gäste, wenn sie offen ist.» Die Bilanz der Jaun-Gastlosen-Bahnen: 90 Betriebstage.
Wetter ist weiterhin entscheidend
Dabei waren die Schneeverhältnisse über alles hinweg gesehen nicht gerade überragend. «Wir hatten einen schneearmen Winter», räumt Waeber ein. Doch es fiel Schnee, und dies, für sie oft zur richtigen Zeit. «Es hat früh angefangen, bereits im November, dann hatte es wieder eine Wärmephase.» Das Weihnachtsgeschäft war dafür ein Lichtblick. Jaun profitiere dabei auch von seiner Schattenlage. Die Station sei schneesicher, betont Thomas Rauber. «Wenn es im Unterland schon grün ist, haben wir immer noch ein wenig Schnee.»
Abhängig von der Technik
Ein zentrales Element dabei ist die Möglichkeit der künstlichen Beschneiung. Sie schaffe die dringend benötigte Grundlage, um die Pisten in Schuss zu halten. Sei sie als Ergänzung wie in Jaun, oder als sicheres Fundament wie bei den Kaisereggbahnen. «Wenn wir die Hauptpiste, jene vom Berghaus runter ins Tal, zu Beginn der Saison einmal richtig einschneien, dann hält sie den Winter durch», erklärt Waeber in Bezug auf die blaue Piste mit der Riggisalpbahn. Das sei ihnen gelungen. Ab und zu, nach längeren Wärmephasen und warmen Nächten, müssten sie mal nachbehandeln, aber: «Wenn wir kalte Nächte haben, dann hält die Piste gut.»
Die neue Beschneiungsanlage der Jaun-Gastlosen-Bahnen war für Rauber sogar ein Quantensprung. «Wir haben sie letzten Herbst beschafft. Sie hat sich bewährt und die Investition hat sich gelohnt.» Sie ersetzt die während 30 Jahren bestehende alte Installation. «Sie ist effizienter, kostengünstiger, umweltverträglicher, braucht weniger Strom, braucht weniger Wasser und weniger Arbeitsstunden und konnte gute Verhältnisse schaffen», fasst Rauber zusammen.
Die Anstrengung lohnt sich
Unter dem Strich sind Waeber und Rauber zufrieden, genauso wie die Präsidentin des Dachverbandes, der Seilbahnen Freiburg: FDP-Ständerätin Johanna Gapany. Sie sagt für alle sechs Freiburger Gebiete Moléson, Charmey, Schwarzsee, La Berra, Jaun und Les Paccots: «Der Erfolg ist eine Folge ihrer unermüdlichen Arbeit. Sie bieten alle zahlreiche Aktivitäten an, und das schlägt sich in guten Besucherzahlen nieder.» So könnten sie auch die Risiken ihrer natürlichen Abhängigkeit vom Winterwetter reduzieren.
Zusätzliche Aktivitäten boomen
Besonders glücklich sind die Verantwortlichen dieses Jahr mit den Skischulen. Rauber freut sich: «Offenbar sind wir besonders attraktiv für Kinder, aber auch für Erwachsene, die Ski fahren lernen wollen.» Eine Beobachtung, die Gapany für den gesamten Verband bestätigen kann. «Wir freuen uns, dass die Skischulen immer beliebter werden. Das ist eine gute Nachricht für unseren Nationalsport.» In dieselbe Kategorie fällt die auf über 4000 gestiegene Anzahl der kostenlosen Abos der Freiburger Skigebiete für Schülerinnen und Schüler der zweiten Primarklassen – also 4H. «Das ist ein Rekord», stellt Gapany klar.
Rauber schliesst, dass auch die 6 Kilometer lange, getrennt von den Skipisten verlaufende Jauner Schlittelpiste ein voller Erfolg gewesen sei, genauso wie das Nachtskifahren, das Nachtschlitteln und die ständig ausgebuchten Abendangebote.
Nach dem Winter ist vor dem Winter
Wer seine Skiausrüstung liebt, der schaut dazu. Dies gilt vor allem für Skis und Snowboards. Sie nach der Skisaison einfach in den Keller zu stellen, ist keine gute Idee, sagt der Geschäftsführer von Sidecut-Sport, Schwarzsee, Mark Huber: «Idealerweise würde man einen Service mit gutem Einwachsen machen, damit der Belag über den Sommer gesättigt ist und nicht zu stark austrocknet.» Dies könne auch zu Hause gemacht werden, mit einem Universalwachs und einem Bügeleisen. Doch selber machen hat seine Tücken, so Huber: «Wenn die Skis im Frühling selber gemacht werden und sie im Herbst zu uns kommen und dick eingewachst sind, kommt es immer wieder vor, dass die Kanten unter der Wachsschicht stark verrostet sind, weil noch Feuchtigkeit vorhanden war.»
Bezüglich der Bindung empfiehlt der Profi, dass die Skis nicht ineinandergesteckt werden sollen zum Übersommern. «Also nicht Stopper in Stopper – sondern offen an eine Wand stellen oder auf ein Regal legen», so Mark Huber.
Auch den Skischuhen tut etwas Pflege gut. Sie sollten trocken sein, und, so gibt Huber zu bedenken: «Nehmen Sie unbedingt die Innenschuhe heraus, sei es bei Skischuhen oder auch bei Snowboardschuhen.» Denn zwischen dem Aussenschuh und dem Innenschuh entsteht Kondenswasser. Zudem gibt es bei Frühlingsschnee die Tendenz, dass Wasser in den Schuh eindringen kann, und dieses trocknet nicht von selbst. «Sonst gibt es im Herbst oder im Winter das graue Erwachen», weiss Huber. Wenn alles trocken ist, sollte der Innenschuh wieder eingeführt und die Schnallen sollten leicht geschlossen werden. So behalte der Skischuh seine Form.

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