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Jaun blickt besorgt in die Zukunft

Der Wasserfall von Jaun rauscht auch bei roten Zahlen. Quelle: Aldo Ellena (Archivbild)
Der Wasserfall von Jaun rauscht auch bei roten Zahlen. Quelle: Aldo Ellena (Archivbild)

 FN Artikel vom 2.12.2025

 

«Es geht abwärts, die Frage ist, wie steil es runtergeht.» Das verkündete Syndic Jochen Mooser an der Gemeindeversammlung. Die Berggemeinde budgetiert ein Minus von rund 180’000 Franken.

 

Petra Salvisberg
Publiziert: Gestern, 11:41 Uhr

 


Die Dächer in Jaun waren schneebedeckt, als 36 stimmberechtigte Jaunerinnen und Jauner mit vorsichtigen Schritten über den gefrorenen Schulhausplatz zur Gemeindeversammlung liefen. Nach einer kurzen Begrüssung kam Gemeindepräsident Jochen Mooser direkt zum Punkt – die schwierige finanzielle Lage der 650-Seelen Gemeinde. «Der Kanton hat kein Geld mehr und holt es nun bei den Gemeinden», sagte der Gemeindepräsident vor den Anwesenden. Bei einem Aufwand von rund 4,76 Millionen Franken budgetiert die Berggemeinde für nächstes Jahr ein Defizit von rund 180’000 Franken. Der Hauptgrund dafür seien vor allem steigende Kosten bei den Ergänzungsleistungen, die rund 70’000 Franken höher ausfallen würden. Auch ein neues Informatikprogramm verursache höhere Kosten. Dank der Aufwertungsreserven HRM2 von rund 83’700 Franken falle das Defizit nicht noch höher aus, betonte Jochen Mooser und führte aus: «Der Kanton hat kein Budget zu Stande gebracht, was es auch für die Gemeinde schwierig machte, ein Budget zu erstellen.»

Der Aufwandüberschuss wird immer grösser, die vorgegebenen Beträge von Kanton und Gemeindeverbänden steigen von Jahr zu Jahr.
Mario Mooser, Finanzkommission

Besorgt zeigte sich auch Mario Mooser von der Finanzkommission. «Der Aufwandüberschuss wird immer grösser, die vorgegebenen Beträge von Kanton und Gemeindeverbänden steigen von Jahr zu Jahr.» Trotz der düsteren Aussichten nahm die Gemeinde das Budget einstimmig an.

 

Neue Heizung, neues Dach

Die Gemeinde investiert nächstes Jahr in eine neue Heizung im Werkhof Im Fang. Diese entspricht nicht mehr den Anforderungen der Luftreinhalteverordnung (LRV) und soll durch eine Pellet-Heizung ersetzt werden, was die Gemeinde 100’000 Franken kosten wird.

Zudem muss das Dach der Alphütte Maischüpfen saniert werden. Das Schindeldach ist an mehreren Stellen undicht und Wasser dringt ins Innere der Hütte. Die Dachsanierung kostet 52’000 Franken.

Im neuen Jahr soll auch die zweite Etappe der Verbauung im Oberbach umgesetzt werden. Den Kosten von 1,35 Millionen Franken sowie dem Kreditbegehren von 445’000 Franken hat die Gemeindeversammlung bereits 2020 zugestimmt. Unterdessen hat der Kanton die Abländschenstrasse übernommen und finanziert die Brücke über den Oberbach. Die Verbauungen im Oberbach und der Ersatz der Brücke sind voneinander abhängig.

 

Landpreis sorgt für Diskussionen

Für Diskussionen sorge ein Landverkauf in der Landwirtschaftszone. Der Loipenverein Nordic Jogne kaufte 2024 den Schützenstand Zur Eich von der Schützengesellschaft Jaun ab und gestaltete das Gebäude für den Langlaufsport um. Nun wollte der Verein um das Gebäude zusätzlich etwas Umschwung von der Gemeinde dazu kaufen. Die Behörde für Grundstückverkehr stimmte dem Verkauf von 800 Quadratmetern zu einem Preis von 1064 Franken zu. Der Preis für Landwirtschaftsland beträgt 1.33 Franken pro Quadratmeter. Mit dem Preis war ein Bürger allerdings nicht einverstanden. «Jaun hat kein Geld mehr, da müssten wir das Land teurer verkaufen», meldete er sich zu Wort. Gemeindepräsident Jochen Mooser gab zur Antwort, dass sich die Gemeinde den Preis nicht aus den Fingern gesaugt hätte, sondern dies der Preis für Landwirtschaftsland sei. Die Gemeindeversammlung stimmte dem Verkauf mit 35 zu 1 zu.

Einstimmig wurde die Genehmigung der Statutenänderung des Gemeindeverbands «Secours Sud Fribourgeois» – «Hilfeleistungen Freiburg Süd» angenommen, und auch das Reglement über die kommunale Mehrwertabgabe.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Jürg Streiff (Mittwoch, 03 Dezember 2025 09:59)

    Herzlichen Dank für den wohlformulierten Bericht.

  • #2

    Ein Leser der Botschaft (Montag, 15 Dezember 2025 14:50)

    Vor 2000 Jahren, der Engel Gabriel an arme Hirten: "Ich verkünde euch eine grosse Freude"
    Im Jahre des Herrn 2025. Der Syndic von Jaun, an der Budgetversammlung" Ich verkünde euch, es geht abwärts"
    Wir müssen Hilfe anbieten. "Wer dafür ist ist die Steuern auf 125 % zu erhöhen, der erhebe seine Hand.
    Es gäbe noch andere Hilfe. Sie ist im Moment auch nicht mehrheitsfähig.
    Trösten wir einander mit gesunder Bergluft, sauberen Trinkwasser und stündlichen Anschluss an den öffentlichen Verkehr. (as geit de schono as Türli ùff)
    Frohe Weihnachten, Euer Leidgenosse, äh, Eidgenosse, Gabriel

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