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Bruder Klaus

War die Jauner Pilgerschar letztes Jahr bei Benediktinern zu Besuch, führte die diesjährige Wallfahrt zu Bruder Klaus in den Ranft. Abbé Nicolas Glasson äusserte letztes Jahr nach der Messe am Heiligabend den Wunsch, diese Initiative weiter zu führen. Als die Organisation im April etwas konkreter wurde, brauste zwar ein Sturm im Wasserglas auf, der aber zum Glück niemandem Schaden zufügte. Die 50 jungen und älteren Pilger freuten sich nicht nur über das trockene Herbstwetter, sondern auch über geistige Impulse.


Etwas früher als auf dem Zeitplan fuhr kam der Car mit Abbé Nicolas Im Fang an. Gut die Hälfte der Teilnehmer stiegen hier ein. Nach zwei Halts in Jaun und einem in Boltigen war die Gemeinschaft komplett  und ein Reise-Segen Gebet wurde gesprochen. Gabriel Schuwey hat in seiner Hausbibliothek ein vergriffenes Buch mit schriftlich belegten Fakten über den heiligen Bruder Klaus gefunden und eine Zusammenfassung darüber geschrieben die er im Vorfeld an Abbé Nicolas schickte. Dieser bat ihn, im Car davon zu berichten und so wandte sich Gabriel zuerst an die Kinder. Hätten sie vor 600 Jahren zu Lebzeiten von Nikolaus von der Flüh gelebt, hätten sie keine Schule besuchen "müssen", da es noch keine gab. Gabriel wusste auch für die Erwachsenen Interessantes aus jener Zeit zu berichten. Von Abbé Glasson war zu erfahren, dass die Freiburger zu 2/5 Mitbesitzer der Wohnstätte von Bruder Klaus sind und er Einsitzt in diesen Stiftungsrat hat. Natürlich durfte auch das Rosenkranzgebet nicht fehlen  und so verging die Reisezeit im Nu, die Kaffeepause wurde ersatzlos gestrichen. 


Unser Timing passte perfekt zum Wetter, herbstlicher Sonnenschein empfing uns in Flüeli. Im Ranft versammelte man sich vor der Schluchtkapelle und besuchte die  winzige Klause, bevor "unser" Nicolas die heilige Messe las. Auch er richtete seine Worte an die Kinder und erklärte für die Erwachsenen ebenso verständlich, was es heisst, seine Berufung zu finden. Das tägliche Gebet kann als eine "Brille Gottes" gesehen werden, durch die man grössere Zusammenhänge erkennen und diese Sichtweise an Ratsuchende weiter geben kann. Das dies hier vor Ort vielfach geschehen ist, ist ein Grund für die Verehrung von Bruder Klaus. Aber auch andere, aktuellere Heilige hätten diese Gabe gehabt und sind uns somit Wegweiser, der eigenen Berufung zu folgen. Eingehende Worte die wohl allen Anwesenden geistige Nahrung war. Nach der Zeremonie blieb Zeit um vor der Kapelle Kerzen anzuzünden, die für verschiedenste, persönliche Anliegen und Danksagungen stehen. Alles zu seiner Zeit, scheinen sie zu sagen.


In der Laube vom Gasthaus Flüeli wurden für das mitgebrachte Picknick Tische und Stühle herangerückt und mit den Tischnachbarn Gespräche über dies und das geführt. So wurde viel gemeinsam geredet und gelacht, die zwei freien Stunden liessen Raum und Zeit dazu. Der Car brachte uns bei nun bedecktem Himmel ins zugige Sarnen zur Pfarrkirche, wo wir Reliquien besuchten und den Rosenkranz weiter beteten. Hinter dem Gotteshaus erinnert eine Statue auch an Dorothea, die Ehefrau von Niklaus, die sich um die 10 gemeinsame Kinder kümmerte. Auch dem nun leeren Grab des Heiligen ist eine kleine Kapelle gewidmet. Von dort scheuchten wir alle Teilnehmer nochmals vor die Kirche für ein Gruppenfoto um danach im Car vor dem zunehmend unfreundlicheren Wetter Schutz zu finden. Auf der Heimfahrt erzählte uns Gabriel, warum Bruder Klaus für die Schweiz so wichtig war und ist. Nach Danksagungen und Witzen sind wir wohlbehalten wieder in Jaun angekommen. Mal sehen wohin uns die nächste Wallfahrt führt.


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Kommentare: 1
  • #1

    Gabriel & Ruth (Montag, 10 Oktober 2016 10:17)

    Schauen sie das Gruppenfoto an, aufgenommen vor der Pfarrkirche Sachseln.
    Fast die Hälfte der Pilgerschar sind Kinder, Schülerinnen und Schüler. Ihre Fröhlichkeit hat uns Weißhaarigen den Tag so bereichert.
    Danke Marlies für den Blog. Dein geübtes Auge sieht viele kleine Dinge die du einfängst und den jeweiligen Berichten einen schönen Rahmen verleihen.
    Danke Paula für die Mithilfe die Pilgerfahrt zu organisieren.
    Abbé Nicolas, wir Pilger danken für die Begleitung, und geben der Hoffnung Ausdruck bei anderer Gelegenheit sie wieder unter uns zu haben.

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