Steinbergli

Der Hausherr hat seit gestern Bauferien und wir sind diesmal nicht ins Ausland verreist. Der Wetterbericht hat zwar heute auf Regen getippt, der Vormittag blieb aber trocken. Kurzerhand beschliessen wir, statt den Grill auf der Terasse anzuwerfen, das Grillfeuer im Steinbergli zu besuchen. 


Im letzten Echo haben Karin und Paul Jaggi alle Freunde des Steinbergli eingeladen,mit dem Hinweis, dass die Möglichkeit zum Bräteln bestehe und Getränke Vorort seien. Auf dem Hinweg wollte unser Sohnemann wissen, welcher Anlass denn gefeiert wird. Eigentlich kein besonderer, früher wäre das Steinbergli jedes Wochenende für Besucher offen gewesen, wusste sein Vater. Die verfallene Berghütte wurde in den 70er Jahren von Mitgliedern des Skiclubs Stück für Stück wieder aufgebaut. Der ursprüngliche Charakter wurde dabei erhalten und manch ein Fest wurde seither schon da gefeiert. In rund 15 Minuten Fussmarsch ist es ab dem Parkplatz  Bizali gut erreichbar, ruhig und idyllisch am Fusse der Hochmatt gelegen. Das man mit dem Auto nicht vor die Türe fahren kann, macht einen grossen Teil des Steinbergliambiente aus. Derselbe Umstand bringt jedoch auch ein paar weitere Arbeiten mit sich. Der Weg muss unterhalten werden, ebenso der Umschwung und jeglicher Materialtransport muss überlegt sein. 


Da dem Vorstand die Arbeit über den Kopf wuchs, überlegte er vor ein paar Jahren, das Steinbergli aufzugeben und die Prioritäten auf die Nachwuchsförderung zu verlagern. Die emotionalen Voten an einer Versammlung gingen damals hoch. Die Befürworter organisierten sich dadurch zur 'Untersektion' "Freunde vom Steinbergli" und die Unterhalt- und Betriebsarbeiten wurden neu verteilt. Paul Jaggi organisiert die stetig wachsende Zahl der Reservationen, Henri Schuwey besucht die Hütte 2-3 mal wöchentlich für diverse kleine Arbeiten und Bertrand Romagnoli schaut zu den Finanzen. Von den Besuchern erfahren sie immer wieder grosse Wertschätzung ob dem Erhalt des kleinen Paradies. So berichten zwei Grosskinder mit ihrem auswärtslebendem Jauner Grossvater im Gästebuch, dass sie sich hier wie bei Heidi in den Bergen fühlen und der Aufenthalt unvergesslich bleiben werde. Auch am Tisch vor dem Steinbergli werden heute einige Erinnerungen der letzten 50 Jahren wach gerufen und dabei lange nicht alles erzählt.


Bevor es wieder zu regnen beginnt, machen wir uns jedoch wieder auf den Heimweg. Wer die heimelige Hütte wieder einmal besuchen will, hat noch bis am Dienstag Zeit. Danach ist sie bis zum Saisonende meist besetzt und wird danach wintertauglich gemacht. Aber der nächste Heidisommer kommt bestimmt.

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