Pfarrhaus Jaun

 

 

 

 

 

Das Pfarrhaus gehört zur Kirche wie das Amen am Schluss eines Gebetes. In Jaun wurde das Pfarrhaus, oder die Kur wie sie hier auch genannt wird, 1947 erbaut, gut 30 Jahre nach der neuen Kirche. In den letzten Jahren wurde zwar einiges modernisiert und den neuen Verhältnissen angepasst. Heute ist das stattliche Haus aber nicht mehr permanent bewohnt. Die Frage stellt sich also, was in Zukunft mit der Wohnung geschehen soll. Erst mal wird die Stube erneuert, dazu hat der Pfarreirat heute morgen in corpore Hand angelegt.

Da ich heute morgen bei der Käthe "beim tschädärä" hängengeblieben bin, kam ich schon beinahe zu spät im Pfarrhaus an. Der unansehnliche Sisalteppich war schon entfernt und die letzten 'Täfellattli' wurden gerade herunter geholt. Ich bekam jedoch die Erlaubnis, mich im Haus umzusehen um ein paar Fotos zu machen. Ausser den zwei Zimmer die dem Pfarrer vorbehalten sind, gibt es in den vier Geschossen einige Zimmer zu entdecken. Im Erdgeschoss befindet sich das Aufbahrungssääli das wohl allen Jaunern bekannt ist. Im zweiten und dritten Stock ist die Wohnung untergebracht. Im Estrich bin ich auf alte Bücher, Urkunden und Bilder gestossen, die einiges aussagen und wohl manches mehr zu erzählen hätten. Die Muttergottesstatue die hier lagerte, hat ebenso eine lange Geschichte.



Wieder im Mittelgeschoss wurde mir erklärt, dass die Stube isoliert wird und auch neue Fenster erhalten werde. Dazu werde ein Parkett aus Eiche verlegt. Ob eine Bodenheizung nicht sinnvoll gewesen wäre, wollte ich wissen. Nun ja, das sei natürlich ein Kostenpunkt und wie das Haus in Zukunft genutzt wird, ist ja auch nicht klar. Momentan sieht es ja nicht danach aus, als ob es jemand dauerhaft bewohnen würde. Der Personalmangel der katholischen Kirche macht sich auch in Jaun bemerkbar. Für ein Aushilfspfarrer wie Gerhard Bächler ist es jedoch ideal, am Vorabend anreisen zu können und morgens schon Vorort zu sein. Was die Zukunft jedoch bringt, steht noch in den Sternen.

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